Inhalt Kapitel 1 Kapitel 2 Kapitel 3 Kapitel 4 Kapitel 5

3.6 Interaktionsdesign

Danach habe ich versucht, die einzelnen Themen mit ihren Unterthemen, die ja in Form von Einzelseiten in Powerpoint vorliegen, sinnvoll miteinander zu verbinden.

Die genaue Festlegung der Navigation und die Belegung bestimmter Begriffe mit Links gestaltete sich für mich jedoch als äußerst schwierig.

Eine Navigation wie in einem Buch, wo der Benutzer nur seitenweise vor und zurück blättern kann, erschien mir als zu wenig flexibel und würde auch dem Anspruch einer interaktiven Präsentation nicht gerecht. Ziel von mir war es, eine Steuerung für meine Präsentation zu entwickeln, die auf der einen Seite durch ihre Einfachheit den Benutzer nicht verwirrt und auf der anderen Seite ein hohes Maß an Flexibilität sicherstellt.

Bei der Planung der Navigation informierte ich mich zunächst, welche Möglichkeiten Powerpoint bietet, sich in einer Präsentation zu bewegen. Dabei stellte sich heraus, daß die Möglichkeiten doch ziemlich begrenzt sind. Powerpoint bietet z.B. nicht die Möglichkeit, zu der vorletzt betrachteten Seite zurückzukehren. Zudem vermag es Powerpoint nicht, die Seiten, die der Benutzer betrachtet hat, in einer Art Legende (student records) festzuhalten (ähnlich wie es das Programm Netscape beim Durchsehen von Seiten im Netz macht).

Daher erweist es sich als sehr schwierig, viele Querverbindungen der Seiten untereinander herzustellen. Der Lernende würde sich in dieser Form ziemlich schnell verirren. Ein sinnvolles Durcharbeiten der Präsentation wäre so nicht möglich.

Ich habe nun erzwungener Maßen versucht, einen Kompromiß zwischen Flexibilität und Einfachheit in Bezug auf die Navigation herzustellen.

Ausgehend von der Inhaltsangabe kann der Lernende ein Kapitel anwählen. Die Überschriften der Inhaltsangabe sind mit den entsprechenden Seiten verknüpft, so daß der Anwender mit einem Mausklick auf eine der Überschriften weitergeleitet wird.

Daraufhin folgt zunächst eine Inhaltsangabe des entsprechenden Kapitels. Hier entscheidet sich der Anwender für ein Thema und wird wiederum nach einem Mausklick auf die Überschrift zum Inhalt des Themas geleitet.

Sofern ein Themenbereich mindestens zwei Seiten beinhaltet, bewegt sich der Benutzer innerhalb dieser Seiten mit den "vor- und zurück Buttons" (s. dazu Benutzerinterface) wie in einem Buch. Am Ende des Kapitels führt der "vor Knopf" jedoch nicht automatisch zum nächsten Kapitel, sondern bringt den Anwender zunächst wieder zurück zum letzten Auswahl-Menu (Inhaltsangabe des entsprechend übergeordneten Kapitels).

Besteht ein Thema nur aus einer Seite kann der Lernende nicht vorblättern, sondern kann nur mit dem "zurück-Knopf" auf die Inhaltsangabe des letzten Kapitels zurückkehren. Von hier aus wählt er dann das nächste Thema.

Auf der nächsten Seite habe ich versucht, das erste Kapitel meiner Präsentation schematisch in seiner Struktur darzustellen.

Grafik: Interaktionsdesign des ersten Kapitels

 

Ich habe mich für diese Strukturierung entschieden, da sich der Benutzer meiner Meinung nach so sehr schnell in der Präsentation orientieren kann. Da er immer wieder automatisch (Klick auf "vor bzw. zurück Button") auf das entsprechende Auswahl-Menu geführt wird und er sich von da aus für ein neues Kapitel bewußt entscheiden (Mausklick) muß, weiß der Lernende jederzeit genau, wo er sich zur Zeit in der Präsentation befindet. Als Nachteil steht dem gegenüber, daß der Benutzer jeweils einen Mausklick mehr ausführen muß, um in das nächste Kapitel zu springen. Dieser Nachteil wird aber meiner Meinung nach durch den entscheidenden Vorteil der einfacheren Orientierung aufgehoben.

Viele Seiten stellen Ergänzungen zu bestimmten Seiten und Inhalten dar. Diese Seiten erreicht der Lernende nur, wenn er den entsprechenden Link mit der Maus bewußt ausführt. Diese Ergänzungsseiten verfügen nur über den "zurück-Button", mit dem der Anwender zur zuletzt betrachteten Seite zurückspringt.

Bestehen ergänzende Informationen aus mehr als einer Seite und sind diese Seiten von verschiedenen Punkten der Präsentation aus erreichbar, habe ich Kopien dieser Seiten angelegt, damit der Anwender nach dem Durchsehen dieser Seiten wieder dahin zurückkehren kann, wo er hergekommen ist. Diese Notwendigkeit ergibt sich aus dem Programmdesign von Powerpoint. Alternativ dazu hätte ich zusätzliche Buttons anbringen können, die den Anwender per Klick entsprechend zurückzuführen. Dies hätte die entsprechenden Seiten jedoch verwirrender aussehen lassen.

Alle Klangbeispiele der Präsentation lassen sich über einen einheitlich gestalten Button mit einem Lautsprechersymbol starten. Bei längeren Klangbeispielen habe ich dem Benutzer die Möglichkeit gegeben, das Klangbeispiel zu stoppen. Dies wird grundsätzlich durch einen Button mit einem durchgestrichenen Lautsprecher symbolisiert.

Alternativ hätte man auch dem Anwender einen Wave-Player auf Knopfdruck starten lassen können. Dies würde ihm erlauben, in dem jeweiligen Sample vor und zurückzuspringen.

Da sämtliche Klangbeispiele nicht sehr lang sind und die Möglichkeit des Springens in den verwandten Klangbeispielen mir nicht sinnvoll erscheint, habe ich darauf verzichtet.

In Bezug auf das Interaktionsdesign möchte ich zwei Themen meiner Präsentation an dieser Stelle etwas ausführlicher darstellen.

Im interaktiven Teil war es wie zuvor beschrieben mein Ziel, daß der Lernende zumindest elementar die Möglichkeit bekommt, mit typischen Gitarrenklängen zu experimentieren und sie in einen musikalischen Zusammenhang zu setzen. Auf der Grundlage der zur Verfügung stehenden Mittel kam mir die Idee, Buttons mit Gitarrenklängen zu verknüpfen. Der Anwender aktiviert einen Klang mit einem Mausklick auf einen der "Klang-Buttons". Den musikalischen Zusammenhang habe ich hergestellt, indem ich die Möglichkeit gegeben habe, ein Midi Playback zu starten. Der Benutzer kann nun versuchen, die Klänge zu dem Playback zu einem "richtigen" Zeitpunkt zu spielen. Die Kriterien für die Auswahl der Playbacks waren vor allem eine möglichst einfache Struktur im Akkordverlauf des Playbacks, um es für einen Benutzer mit wenigen musikalischen Erfahrungen nicht zu kompliziert zu machen. Um die Dauer der einzelnen Akkorde visuell anzudeuten, habe ich die Größe der "Akkord-Buttons" unterschiedlich gestaltet. Ein Button, dessen Akkord doppelt so lange klingt wie der vorherige, ist auch doppelt so lang dargestellt.

Um auch Raum für eigene Kreativität zu bieten, habe ich zwei Möglichkeiten geschaffen bei denen der Anwender recht frei mit den Gitarrenklängen umgehen kann. Auf einer Seite habe ich ein Gitarrengriffbrett mit den Tönen einer zu den Playbacks passenden Tonleiter integriert. Es besteht die Möglichkeit, ein Playback (oder auch keines) auszuwählen und mit den Tönen der vorgebenden Tonleiter zu experimentieren und elementar zu improvisieren.

Eine weitere Seite des interaktiven Teils beinhaltet sämtliche Akkorde ( 3 Klänge und Rockakkorde – Quintgriff) der C-Dur Tonleiter. Es besteht die Möglichkeit, zu einem optional wählbaren Schlagzeug-Playback selber Akkordverläufe zu erfinden und vielleicht einen eigenen Song zu komponieren.

Auf der Seite Hals & Griffbrett habe ich zur Veranschaulichung der schematischen Darstellung des Griffbretts Photos von mir integriert, die das Prinzip visuell darstellen. Das Griffbrett wird schematisch in einer Sicht von oben auf den Gitarrenhals (wenn man die Gitarre vor sich auf den Schoß legt) dargestellt.

Das bloße Benennen der Tonnamen auf dem Griffbrett der Gitarre fand ich nicht für ausreichend, so daß ich die entsprechenden Töne aufgenommen und mit nicht sichtbaren interaktiven Schaltflächen verknüpft habe. Der Lernende kann sich so zu den dargestellten Tonnamen auch den entsprechenden Klang anhören.

Um das Prinzip der Anordnung der Töne auf dem Griffbrett zu verdeutlichen, habe ich als Vergleich einen Ausschnitt einer Klaviertastatur auf dieser Seite eingefügt, da diese vielen bekannt sein dürfte. Auch die Tasten des Klaviers sind mit Klängen verknüpft. Somit ist auch eine direkter Vergleich der Klangfarben eines Klaviers und einer Gitarre möglich.

zurückvor

Inhalt Kapitel 1 Kapitel 2 Kapitel 3 Kapitel 4 Kapitel 5